EMDR
Traumabearbeitung durch Eye Movement Desensitization and Reprocessing
Was ist EMDR?
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wurde von Dr. Francine Shapiro entwickelt und ist eine international anerkannte, hochwirksame Methode zur Traumabearbeitung.
Seit 2013 zählt sie auch laut WHO zu den evidenzbasierten Behandlungsverfahren bei posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) für Erwachsene und Jugendliche, wie auch Kinder.
Ziel von EMDR ist es, die im Nervensystem gespeicherten belastenden Erinnerungen neu zu verarbeiten und integrieren. Dabei wird das Gehirn in seiner Fähigkeit unterstützt, traumatische Erfahrungen in einen heilsamen Zusammenhang zu bringen, sodass sie Teil der Vergangenheit werden dürfen, anstatt das Leben im Jetzt zu bestimmen.
So wirkt EMDR:
Traumatische Erlebnisse können die natürliche Informationsverarbeitung des Gehirns blockieren.
Durch die sogenannte bilaterale Stimulation (das abwechselnde Aktivieren der rechten und linken Gehirnhälfte, meist über geführte Augenbewegungen, akustische Töne oder sanftes Tappen) wird dieser Prozess wieder in Gang gesetzt.
Während die belastende Erinnerung im Bewusstsein gehalten wird, entsteht durch die rhythmische Stimulation eine Synchronisation zwischen den Gehirnarealen, die für Emotion, Kognition und Körperempfinden zuständig sind.
So können festgehaltene Bilder, Gedanken und Gefühle neu verknüpft und verarbeitet werden.
Das Erlebte verliert seine emotionale Wucht; gleichzeitig wird innerlich spürbar, dass die Situation vorbei ist – der Körper kann entspannen, und neue, realistische Bewertungen werden möglich.
Ablauf einer EMDR‑Sitzung
Die Arbeit mit EMDR folgt einem strukturierten Prozess aus 8 Phasen.
In der Regel wird eine belastende Erinnerung über mehrere Sequenzen hindurch so lange verarbeitet, bis die emotionale Belastung deutlich nachlässt und der Körper sich reguliert.
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Wir erarbeiten ein gemeinsames Verständnis des Anliegens und widmen uns zunächst dem Beziehungsaufbau.
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Hier sorgen wir für einen sicheren inneren Ort, körperliche Erdung und bereiten das Nervensystem auf den folgenden Prozess vor.
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Sie formulieren ein zentrales Bild jener negativen Überzeugung, die damit verbunden ist.
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Die bilaterale Stimulation erfolgt. Dabei beobachten Sie innere Bilder, Gefühle, Körperwahrnehmungen.
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Eine positive Selbstüberzeugung wird mit der belastenden Erinnerung verbunden und gestärkt. Durch die andauernde bilaterale Stimulation kann sich diese neue Überzeugung innerlich zunehmend festigen.
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Wir prüfen: Ist Ruhe und/oder Entspannung spürbar?
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Hier geht es nun um die Integration des Erlebten und den Übergang in den Alltag.
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Wir reflektieren über die Veränderungen.
Was sich verändert
Ergebnis
Nach erfolgreicher EMDR‑Arbeit erleben viele Menschen eine spürbare Erleichterung und Klärung:
Erinnerungen verlieren ihre Bedrohung, körperliche Anspannung reduziert sich, neue innere Überzeugungen können sich stabil verankern.
Das Nervensystem erkennt endlich: Es ist vorbei. Ich bin sicher.
„Das Gehirn heilt, wenn es bekommt, was es braucht – Sicherheit, Verbindung und Verarbeitung.“
– Francine Shapiro
Anwendungsbereiche
Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
Angststörungen, Panikzuständen, Phobien
Depressionen, Burn‑out, Anpassungsstörungen
chronischer Überforderung, Schlafstörungen
belastende Erinnerung nach Unfällen oder Operationen
Missbrauchs‑ und Gewalterfahrungen
psychosomatische Beschwerden (z. B. Schmerzen, Tinnitus)
Bindungs‑ und Verlusttraumata
Süchte und selbstschädigende Verhaltensmuster

